Grüne Woche: Tierschutz braucht mehr als ein Haltungslabel

7. Januar 2026

Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ mit ganzheitlichem Ansatz statt Minimal-Lösung

Während die Novellierung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes erneut – auf 2027 – verschoben wird, bleibt für Verbraucherinnen und Verbraucher weiter unklar, welche tierischen Produkte tatsächlich für mehr Tierschutz stehen. Auf der Grünen Woche in Berlin (16.-25.1.) macht der Deutsche Tierschutzbund mit seinem Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ deutlich: Eine glaubwürdige Kennzeichnung darf sich nicht allein auf die Haltungsform beschränken, sondern muss das gesamte Leben der Tiere berücksichtigen – von der Zucht über den Transport bis zur Schlachtung.

„Der bestmögliche Schutz der Tiere endet nicht an der Stalltür“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Eine Kennzeichnung, die zentrale Phasen im Leben landwirtschaftlich genutzter Tiere ausklammert, greift zu kurz.“ Das Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“, das mittlerweile für Fleisch und Fleischprodukte, Milch und Milchprodukte sowie Eier und Ei-Produkte verfügbar ist, verfolgt seit seiner Einführung daher einen ganzheitlichen Ansatz. Es ist derzeit das einzige Tierschutzlabelsystem in Deutschland, das verbindliche und kontrollierte Kriterien entlang der gesamten Produktionskette umfasst – einschließlich Transport und Schlachtung. Damit unterscheidet es sich deutlich von der geplanten staatlichen Tierhaltungskennzeichnung, die ausschließlich Auskunft über die Art der Tierhaltung während der Mast geben soll.

Die erneute Verschiebung der Gesetzesnovelle für die staatliche Kennzeichnung verstärkt aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes die Bedeutung freiwilliger, glaubwürdiger Kennzeichnungen. Gerade in Zeiten steigender Preise und wirtschaftlicher Unsicherheiten sei Orientierung für Verbraucherinnen und Verbraucher entscheidend. „Viele Menschen möchten bewusst einkaufen, wissen aber nicht, welchen Produktversprechen sie vertrauen können“, erklärt Schröder „Hier setzt unser Label an: transparent, unabhängig kontrolliert und konsequent am Tier ausgerichtet. Solange Menschen Fleisch, aber auch Eier und Milch konsumieren, sollten wir alles dafür tun, dass es den Tieren im System so gut wie möglich ergeht.“

Auf der Grünen Woche informiert das Team des Tierschutzlabels darüber, was ein wirkliches Mehr an Tierschutz ausmacht. Interessierte können sich am Messestand über die Kriterien, Kontrollmechanismen und Unterschiede zu anderen Labeln informieren.

Copyright Text: Deutscher Tierschutzbund e.V. Bild: M. Marten

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