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Was wird aus herrenlosen Katzen?

Fangaktionen verhindern die rasante Vermehrung

Immer öfter hört man von herrenlosen Katzen, die sich rasant vermehren. Was kann man dagegen tun? Hier ein Beispiel über eine erfolgreiche Fangaktion.

Die Katzenhilfe Stuttgart, ein Verein von Ehrenamtlichen, hatte sich erst letztes Jahr um Streunerkatzen gekümmert, die in der Nähe der Firma Daimler in Sindelfingen gefunden worden sind. Tierfreunde hatten sie auf den Plan gerufen, da hier Hilfe dringend notwendig geworden war, wie nötig zeigt das Ergebnis.

Viel Zeitaufwand

Wer weiß schon, wie zeitaufwändig es ist, eine Fangaktion zu starten. Zuerst müssen die „Katzenfänger“ den Fundort inspizieren, natürlich nach der Arbeit. Futter hinstellen und warten wer kommt. Zögernd kommen drei Katzen, die sich über das gute Essen freuen. Nach einer Weile kommen noch drei Artgenossen, so vergehen drei Stunden. Also, dann am nächsten Tag zur gleichen Zeit wieder eine Fütterung und für alle Fälle die Falle mitgenommen. Glück gehabt, ein magerer Kater geht rein. Dann passiert ein paar Tage nichts, sie kommen und fressen, ignorieren diese blöde Holzkiste und hauen wieder ab. Inzwischen haben sich noch zwei weitere Mitesser eingefunden. Die Falle ist aufgestellt und nun heißt es weiter warten. Es dauert wieder Tage ohne Ergebnis. Die Katzenhilfe hat spezielle Holzfallen, die manuell und mechanisch ausgelöst werden können und in denen sich die Katzen in Panik nicht verletzen können. Am nächsten Tag haben unsere Katzenfänger Glück, eine Katze geht in die Falle und wird in den Umsetzbehälter getan. Nach zwei Stunden Warterei schleicht sich die nächste Samtpfote an, beäugt das Teil gründlich und verschwindet darin. Ein erfolgreicher Abend, zwei Katzen in Obhut. Es vergehen wieder Tage, bis endlich die nächste Mieze – vom Thunfisch angelockt – in der Falle verschwindet.

Wie üblich, nachts ab mit der Katze in die Auffangstation zum Tierarzt, denn Zuhause kann sie nicht untergebracht werden. Der schaut sich das Tierchen an und befindet: sofort zurückbringen, die hat Junge! Wieder eine sehr kurze Nacht für unsere beiden Katzenfänger, denn von Sindelfingen nach Gerlingen sind es doch einige Kilometer und mit Ausschlafen ist es auch nichts, denn die Arbeit ruft!

Viel Geduld erforderlich

Im Laufe der nächsten Wochen sind insgesamt zwölf erwachsene Katzen und Kater in die Falle gegangen, wurden kastriert und an ihren Fundort zurückgebracht. Unter einer Tanne wurde ein Futterhäuschen aufgestellt und die herrenlosen Katzen kommen täglich, um ihre Ration abzuholen. Aber damit ist der Einsatz noch nicht beendet, denn vier der Kätzinnen haben Junge unterschiedlichen Alters und nun muß weiter gewartet werden, bis sie im Schlepptau der Mutter aufkreuzen und so nach und nach in die Falle gehen.

Inzwischen hat sich in Katzenkreisen herumgesprochen, dass unter der großen Tanne, mit den langen Ästen ein Restaurant eröffnet wurde. Auch diese Gäste wurden eingefangen. Endlich nach zehn Wochen ist die Einfangaktion beendet! Die kleinen Kätzchen bleiben in der Obhut der Katzenhilfe und werden frühestens mit zwölf Wochen an nette Menschen vermittelt. Sie sind dann gesund, stubenrein und an Menschen gewöhnt. Sie können meistens problemlos in Wohnungshaltung vermittelt werden. Nach zehn Wochen jeden Abend Fahrt zum Einsatzort sind 28 Katzen eingefangen!

Viele Tage und viele Stunden ehrenamtliche Tierschutzarbeit

Noch mehr Zeit und Geduld braucht man bei den jungen, wild aufgewachsenen Katzen, die noch keinen Menschenkontakt hatten. Wenn sie endlich in der Falle und dann in ihrer Pflegestelle sind, muß viel Geduld aufgebracht werden, bis die menschenscheuen Miezen zutraulich werden. Problemfälle sind dann noch die Katzen, die sich schon länger allein durchs Leben schlagen und sich nicht mehr sozialisieren lassen. Manche von ihnen wurden von ihren Besitzern aus irgendwelchen Gründen – auch weil sie, da nicht kastriert, trächtig waren – ausgesetzt. Krank und scheu vegetieren sie irgendwo, man sieht sie kaum. Wenn sie nicht an ihren Fundort zurückgebracht werden können, versorgt sie die Katzenhilfe an dafür eingerichteten Futterstellen.

Kastration ist wichtig!

Tierschutz hat viele Seiten. Ein ganz wichtiges Thema, dem sich alle Verantwortlichen annehmen müssen, ist das Einfangen und die Kastration von herrenlosen Katzen – auch wenn dies viel Zeit und Geduld kostet. Das ist eine lohnende Aufgabe. Wer weiß schon, dass eine Katze bereits mit sechs Monaten trächtig werden kann?

Helga Pinnau

Aus dem Marktblatt
Text: Helga Pinnau
Foto: Katzenhilfe Stuttgart