Slider 01

Slider 02

Slider 03

Slider 04


Slider 05

Slider 06

Slider 07

Slider 08

Slider 09

Slider 10

Slider 11

Unsere Wohnungskatzen

Können sie wirklich glücklich leben?

Schon immer leben Katzen in jeder nur denkba- ren Umgebung mit Menschen zusammen. Sie sind Überlebenskünstler und können sich anpassen. Deshalb stellt das Leben in der Stadt für sie kein Problem dar, wenn Sie dafür sorgen, dass sie innerhalb der vier Wände bleiben. Stadtkatzen sollten ohne jede Ausnahme Wohnungskatzen sein. Dabei spielt es keine Rolle ob sie in einer kleineren Wohnung oder einem Haus leben. Katzen passen sich an, so lange Sie sich um ihre Grundbedürfnisse kümmern und einige der Wünsche, die sie instinktiv hegen, einkalkulieren.

So ist es ganz wichtig, dass Sie Ihrem Stuben- tiger einen Kratzbaum - möglichst bis zur Decke - anbieten. Das gibt ihm die Gelegenheit sich im Klettern zu üben, die Krallen zu wetzen und sich nach oben zurückzuziehen, um das Geschehen in der Wohnung von einem sicheren Platz zu beobachten.

Alle Katzen lieben den Blick aus dem Fenster. Deshalb sollten diese in einem "Wohnungskatzenhaushalt" nicht vollständig mit Pflanzen zugestellt werden, denn es gibt so viel zu beobachten, was das Leben interessant macht, Fernsehen pur. Sichern Sie den Balkon oder die Fenster mit einem Netz oder Gitter, damit die Katze nicht einem Schmetterling, Vogel oder vorbei schwebendem Blatt hinterher springen kann. Dabei liegen sie am liebsten auf Material, das Wärme speichert. Wenn Sie keinen Balkon haben, schaffen Sie ihr einen Frischluft-Fensterplatz hinter einem Gitter.

Die Wohnqualität kann nicht einfach mit der Quadratmeterzahl gleichgesetzt werden, es fehlen ohnehin wissenschaftliche Daten, die etwas über die minimalen Platzbedürfnisse einer Katze aussagen. Es ist bekannt, dass sie Abwechslung, aber auch ein "Rückzugsgebiet" braucht, wo sie ungestört ist und sich nicht beobachtet fühlt. Deshalb ist auch eine Zweizimmerwohnung, in der es keine Tabuzonen gibt, ein vertretbares Minimum. Sie müssen aber trotzdem für Abwechslung sorgen. An erster Stelle steht die Anschaffung einer zweiten, geselligen Katze, vor allen Dingen, wenn Ihre Samtpfote den ganzen Tag allein bleiben muß. Wegen der ganz normalen Gebietsüberlappung brauchen sie nicht mehr Platz als eine. Wenn sie einmal nichts miteinander zu tun haben möchten, kann sich eine ja in das andere Zimmer zurückziehen. Ob ein Pärchen oder zwei gleichgeschlechtliche Katzen sich besser vertragen, ist wissenschaftlich nicht belegt. Es sind Individualisten und wenn sie sich akzeptieren ist ihre Welt in Ordnung.

Sollten Sie aber einen Einzelgänger zu Hause haben, müssen sie seine Neugier stimulieren und seine Langweile reduzieren. Weil in der Wohnung die Sinne und Körper der Jägerin nicht genug gefordert werden, braucht sie mindestens täglich eine Stunde intensive Beschäftigung mit ihrem Menschen. Das bedeutet nicht nur Schmusen, sondern Spiele, die die Sinnesorgane fordern, sowie Anregungen zum Klettern und Rennen, um den Körper zu belasten. Mit vollem Familienanschluß, also wenn mindestens eine Person zu Hause ist oder Unterhaltung mit Kinder gewährleistet ist, sind Einzelkatzen glücklich mit sich und ihrer Situation. Man muß sie nur in Ruhe lassen, wenn sie ihre Ruhe haben wollen.

Die engere Umgebung erleichtert oder erschwert ihrer Katze das Leben. In dem Sie ihr Möglichkeiten anbieten sich zu verstecken, zu klettern und zu beobachten, schaffen Sie ihr ein artgerechtes Umfeld inmitten eines unnatürlichen Lebensraums. Schließlich übt ein geregelter Tagesablauf eine beruhigende Wirkung aus, wobei der Streß, der durch Langeweile entsteht, vielleicht eine Ausnahme bildet. Bemühen Sie sich darum, Ihrer Samtpfote die Welt so vorhersehbar wie möglich einzurichten, denn durch Berechenbarkeit entsteht bei ihr das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit.

Helga Pinnau

Aus dem Marktblatt - Text/Bild: Helga Pinnau