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Osterhäschen schenken?

Kinder lieben Tiere – Eltern haben viel Verantwortung

Bestimmt hat es sich bei Ihnen herumgesprochen, dass Kaninchen kein gutes Ostergeschenk sind. Wie schön, wenn die Kinder ein Kuscheltier (?) zum spielen haben. Dabei wird aber oft vergessen, dass die Tierchen zwar sehr putzig und niedlich wirken, aber– wenn sie artgerecht gehalten werden sollen – keineswegs pflegeleicht sind.

Unser Hauskaninchen stammt vom Europäiischen Wildkaninchen ab, das in unterirdisch weit verzweigten Erdbauten lebt. Sie leben gesellig in Kolonien mit ausgeprägter Rangordnung. Deshalb sollten Sie zumindest zwei Tiere halten, um ihnen ein Sozialleben mit einem Artgenossen zu ermöglichen und hierfür auch genügend Platz haben. Zwei Wurfgeschwister sind ideal, sollten aber erst mit acht Wochen von ihrer Mutter getrennt werden. Die Männchen müssen, um unerwünschten Nachwuchs zu verhindern, kastriert werden, außerdem vertragen sich unkastrierte Böckchen oft nicht und können sich bis zum Tod bekämpfen. Übrigens sind Meerschweinchen oder andere Nager keine geeigneten Lebenspartner!

In der Wohnung benötigt der Kaninchenkäfig einen ruhigen, zugfreien, geschützten Platz mit Tageslicht. Da sie sehr hitzeempfindlich sind, sollte der Käfig nicht direkt neben dem Heizkörper oder in direkter Sonneneinstrahlung stehen. Als Einstreu verwenden Sie am besten Hobelspäne mit einer Lage Stroh und Heu. Kaninchen sind sehr reinliche Tiere und benützen nur die Ecken zum Kot- und Harnabsetzen. Der Rest des Käfigs bleibt meistens sauber.

Er muss mindestens einmal in der Woche gereinigt und die Einstreu gewechselt werden. Da sich die Kaninchen gern bewegen, sollte ihr Käfig mindestens 100 x 60 cm groß sein. Das allein genügt aber nicht, denn sie benötigen mindestens 2 Stunden täglich, um ihr Bewegungsbedürfnis zu befriedigen, andernfalls kann mit Verhaltensstörungen gerechnet werden.

Schöner ist es jedoch, wenn Sie Ihre Kaninchen im Freien halten können. Die ganzjährige Haltung im Freien ist nur unter besonderen Voraussetzungen möglich, die ein kleiner Käfig nicht bieten kann. Für eine gute Wärmeregulierung brauchen sie bei tiefen Temperaturen viel Platz für Bewegung und eine wärmegedämmte Rückzugsmöglichkeit.

Als Einrichtung sollten Unterschlupfmöglichkeiten, als Ersatz für natürliche Höhlen, vorhanden sein. Am besten hierfür geeignet sind Holzhäuschen mit flachem Dach, denn sie lieben es sehr, auch einmal etwas höher zu ruhen. Besonders schön ist es, wenn sie zwei Ebenen haben, die über eine schräge Holzrampe verbunden sind. Denken Sie auch daran, dass die kleinen Nager ständig am buddeln sind, also sollte ihr „Heim“ auch nach unten ausbruchsicher sein!

Über das Futter sollte man sich ebenfalls Gedanken machen. In erster Linie dient Heu als Rohfaser für die Verdauung, zusätzlich Frischfutter (Karotten, Obst, Löwenzahnblätter) und Kraftfutter. Vorsicht ist bei gespritztem Salat und Kohlgemüse geboten. Kraftfutter als Ergänzung sollte höchstens zwei Esslöffel voll pro kg Körpergewicht am Tag verabreicht werden. Zu viel Körnerfutter macht Ihr Kaninchen zu dick und verkürzt seine Lebenszeit, die normalerweise 10 Jahre beträgt.

Zum Ausleben des Nagetriebs und zur Abnützung der ständig nachwachsenden Zähne sind Äste von Obstbäumen, Weide oder Haselnuss ideal, hartes, altes Brot kann auch gegeben werden, es muss aber frei von Schimmel sein. Nicht zu vergessen ist auch das frische Trinkwasser. Man bietet es am besten täglich in einer Trinkflasche an. Andere Trinkgefässe werden leicht umgekippt und verschmutzen schnell.

Beim Umgang mit den Häschen darf man nicht vergessen, dass sie schreckhaft sind, deshalb wird viel Geduld und Einfühlungsvermögen benötigt. Hektische Bewegungen und eine laute Umgebung mögen sie nicht. Es sind deshalb keine optimalen Haustiere für kleinere Kinder. Auch größere Kinder sollten den behutsamen Umgang mit ihren neuen Hausgenossen lernen. Dass sie nie an den Löffelohren hochgehoben werden dürfen, ist wohl selbstverständlich.

Liebe Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten: Ostern steht vor der Tür, machen Sie sich Gedanken, ob der Wunsch nach einem lebendigen Osterhasen wirklich erfüllt werden soll. In den meisten Fällen ist ein Plüschtier besser als ein Lebewesen, dass nach kurzer Zeit nur noch vor sich hin vegetiert oder im Tierheim landet.

Helga Pinnau

Aus dem Marktblatt - Text/Bild: Helga Pinnau