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Kastrieren - nicht töten!

Katzenkinder sind putzig, aber nicht alle erwünscht!

Es dauert nicht mehr lange und sie kommen wieder zu Tausenden auf diese herzlose Welt, all die ungeliebten und unerwünschten Katzenkinder, geboren auf dem Heuboden einer Scheune, einem Stall, einer Gartenanlage, verlassenen Häusern oder irgendwo auf der Straße. Wenn sie etwas größer sind und sich herauswagen, geschieht in vielen Fällen unglaublich Barbarisches mit ihnen. Wie immer wieder berichtet und beobachtet wird, werden diese liebenswerten Geschöpfe, erschlagen, ertränkt, vergiftet und noch vieles Grausame mehr.

Kastrationen kosten doch kein Vermögen! Am Geldmangel liegt es auch oft nicht. Man weiß von Bauern, die wirklich Geld haben, aber für diese „nutzlosen“ Tiere wollen sie keinen Cent ausgeben. Da leiden Tiere ganz offensichtlich Hunger und wie bei Kindern, schaut auch hier die Nachbarschaft geflissentlich weg, denn man will sich ja keinen Ärger einhandeln. Viele Landwirte oder sonstige „Tierproduzenten“ sind ganz stolz darauf, immer Abnehmer zu finden. Nur werden die Tiere oft an Leute abgegeben, die überhaupt keine Ahnung haben oder ein Geschäft damit machen. So wurde eine Katze Tag und Nacht in einen Käfig gesperrt, bis sie entkommen konnte. Auch hier hat sich niemand um das schreiende Tier gekümmert. Es stammte von einem Landwirt der Region und war an einen jungen Mann abgegeben worden, der nicht wusste, wie man eine Katze hält und versorgt, jedenfalls nicht wie ein Kaninchen.

Der Tierschutz bittet deshalb alle Landwirte inständig darum, ihre Katzen und Hunde kastrieren zu lassen, um so viel Elend zu vermeiden. Soweit bekannt ist, haben Landwirte hierbei günstigere Konditionen beim Tierarzt, der sowieso auf den Hof kommt, als Privatpersonen. Auch das Argument, dass kastrierte Katzen träge werden und nicht mehr auf Mäusefang gehen, stimmt so einfach nicht. Diese Gerüchte halten sich offenbar auf dem Land besonders hartnäckig. So auch das Gerücht, Katzenfell helfe hervorragend gegen Rheuma. Ausgemachter Blödsinn, bestätigt die Deutsche Rheumaliga.

Eine weitere Bitte an die Katzenfreunde ist auch, dass die freilebenden Katzen mit Futter versorgt werden! Sie können sich heute nicht mehr, wie vor Jahrzehnten, nur von Mäusen ernähren. Hungrig, krank und abgemagert müssen sie sich auf die Suche nach Futter begeben. Teilweise werden sogar die beschimpft, die ein Herz für Tiere haben und ihnen Futter bringen. Bitte helfen Sie, das Tierelend einzudämmen, verhindern können wir es wohl leider nicht.

Denken Sie daran, Ihr „Herbstkätzchen“ spätestens mit sechs Monaten kastrieren zu lassen. Besonders diese Katzen, die im Spätherbst oder Winter auf die Welt kamen, sind zum Teil schon mit vier Monaten geschlechtsreif.

Viele Katzenhalter sind der Meinung, dass sie nach der Kastration dick werden. Das kommt aber nicht von diesem Eingriff, sondern einfach daher, dass sie zu viel fressen. Das liegt aber auch daran, dass weniger Kalorien verbraucht werden und das Fressen als Lieblingsbeschäftigung gegen Langeweile angesehen wird. Um dem Übergewicht vorzubeugen sollte man entweder weniger füttern oder auf kalorienärmeres Futter umsteigen. Inzwischen gibt es auch besondere Nahrung für kastrierte Tiere. Sollte man sich für solches Futter entscheiden ist es ratsam, schon vorher umzustellen. Es könnte sein, dass die Samtpfote das Unwohlsein nach dem Eingriff mit dem Futter verbindet und es dauerhaft ablehnt. Sehr wichtig ist auch genügend Bewegung, deshalb spielen sie oft mit Ihrer Wohnungskatze.

Außerdem erleichtert die Kastration auch das Zusammenleben mit uns Menschen. Katze und Kater werden häuslicher und anhänglicher. Katzen werden nicht mehr rollig und Kater verlieren ihren Geschlechtstrieb weitgehend und markieren nicht mehr durch Urin. Unkastrierte Kater können durch ihr Markierverhalten eine Wohnung durch den Geruch unbewohnbar machen. Sie werden auch häuslicher und entfernen sich nicht mehr so weit und so lange von ihrem Zuhause. Sie setzen sich weniger Gefahren aus, wie Autounfälle, Kämpfe mit anderen Katzen und Ansteckung mit gefährlichen Viren. Sie haben dadurch auch eine höhere Lebenserwartung.

Früher wurden Katzen beiderlei Geschlechts sterilisiert. So können die Tiere keinen Nachwuchs zeugen, bleiben aber sexuell aktiv. Also werden Katzen weiter rollig, was sogar zur Dauerrolligkeit führen kann. Wer schon einmal mit einer solchen Katze zusammen gelebt hat, kann bestätigen, dass dieser Zustand sehr stressig ist. Kater markieren weiter und neigen zum Streunen. Bei der Kastration werden Hoden und Eierstöcke entfernt, dadurch verhalten sich die Tiere geschlechtsneutral.

Helga Pinnau

Aus dem Marktblatt