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Gute Freunde: Kinder & Hunde

Verantwortungsbewusstsein ist gefragt

Welches Kind hat keinen Hundewunsch? Allerdings birgt die Erfüllung auch die Gefahr unüberlegter Entscheidungen. So kommt es vor, dass Eltern dem Drängen ihrer Kinder nachgeben und ein Hund kommt ins Haus, den man eigentlich nicht wollte. Deshalb warnt die Kieler Verhaltensforscherin Dorit Urd Feddersen-Petersen „Man sollte niemanden zur Hundehaltung überreden, denn nicht selten resultiert daraus ein Fiasko für Hund und Kinder der Familie. Nur den Kindern zuliebe einen Hund aufzunehmen funktioniert oft nicht. Eine geglückte Mensch-Hund-Beziehung hängt entscheidend vom Halter selbst ab, von seiner Fähigkeit, den Hund Hund sein zu lassen und ihn nicht mit menschlichen Bedürfnissen zu überfrachten“.

Kinderfreundliche Hunderassen gibt es nicht. Jeder Hund kann Kinder mögen oder ablehnen – abhängig von seiner individuellen Persönlichkeit und den bisherigen Erfahrungen mit Kindern. Die Haltung eines Hundes erfordert zweifellos besonders viel Verantwortungsbewusstsein, Zeit, Beschäftigung und Fachwissen. Daher ist es generell verkehrt und auch gefährlich, einen Hund vorrangig als Spielkamerad für das Kind anzuschaffen, egal welcher Größe und Rasse. Auch ein bereits älteres Kind von etwa zehn Jahren muß erst allmählich lernen, was es bedeutet, Verantwortung für ein Lebewesen zu tragen und wäre, mit all den unterschiedlichen Verpflichtungen einer artgerechten Hundehaltung, vollkommen überfordert. Deshalb müssen sich die Eltern zuerst einmal selbst ausführlich mit dem Thema „Hundehaltung“ auseinandersetzen.

Mit einem Hund verändert sich – fast – das ganze bisherige Leben

In der Regel sind Kinder für Hunde keine Respektpersonen, sondern werden als ihresgleichen gesehen. Deshalb kann es in bestimmten Situationen schnell einmal eskalieren. Um das zu vermeiden ist es wichtig, den Kindern das Verhalten und die Bedürfnisse eines Hundes nahe zu bringen. Sie müssen zum Beispiel lernen, dass man einen schlafenden Hund nicht anfassen soll, da er erschrecken kann, ein fressender Hund darf auf keinen Fall gestört und das Spielzeug ihm nicht einfach weggenommen werden. Das sind Situationen, die schnell einmal brenzlig werden können, denn das Tier sieht das Kind als gleichgestellt und würde deshalb dieses Verhalten nicht dulden. Schnell kann es da passieren, dass der Hund sich Respekt verschafft und das kann böse enden.

Kinder müssen lernen, dass sie einem Hund keine Schmerzen zufügen dürfen, zum Beispiel durch ziehen an den Ohren oder am Schwanz. Es sollen auch keine Spiele stattfinden, bei denen die Kräfte gemessen werden wie Zerrspiele. Hunde können es falsch verstehen, wenn sie immer wieder als Sieger aus dem Spiel hervor gehen weil sie das Spielzeug "erkämpft" haben. Je nach dem wie reif ein Kind ist, kann es ganz ohne Zwang und spielerisch mit dem Hund ein paar Kommandos üben. Das sollte jedoch immer unter Aufsicht eines Erwachsenen geschehen, damit keiner überfordert wird. Man muß daran denken, dass dies keine Übung mit dem Chef, sondern für den Hund nur ein Spiel mit einem Kumpel bedeutet. Man sollte immer verantwortungsbewußt und liebevoll mit dem Hund umgehen. So lernen Kinder von Anfang an, auf was es beim Umgang mit dem Vierbeiner ankommt.

Ganz wichtig ist, kleinere, unerfahrene Kinder niemals mit einem Hund allein zu lassen, zu schnell könnte aus einem Spiel bitterer Ernst werden! Für Kinder gilt: Frage immer den Besitzer um Erlaubnis, wenn du den Hund streicheln willst, denn nicht jeder Hund will gestreichelt werden. Behandele einen Hund so, wie du behandelt werden willst. Auch Tiere empfinden Schmerzen und wehren sich, eventuell für dich recht schmerzhaft. Schau keinem Hund starr in die Augen – für den Hund ist das eine Bedrohung. Störe keinen Hund beim Fressen – er könnte sein Futter verteidigen. Laufe nie vor einem Hund weg, auch wenn du Angst hast. Das weckt beim Hunde den Beutetrieb und er rennt dir hinterher. Wenn du mit einem Hund spielst, sollte immer ein Erwachsener in der Nähe sein. Er kann notfalls einschreiten und das Spiel beenden, wenn es ausartet.

Auch die Eltern sollten einige wichtige Regeln beachten: Lassen Sie Hund und Kind niemals zusammen allein. Hunde sind kein Spielzeug. Lassen Sie dem Hund immer eine Rückzugsmöglichkeit. Lernen Sie die Körpersprache Ihres Hundes kennen. Beim Fressen und Schlafen sollte der Hund immer seine Ruhe haben. Für die Erziehung des Hundes sind nur Sie allein verantwortlich und nicht das Kind. Wenn die Eltern verantwortungsbewusst mit Kind und Hund umgehen, kann es für beide eine tolle Bereicherung in ihrem Leben sein.

Helga Pinnau

Aus dem Marktblatt
Text: Helga Pinnau
Foto: Katzenhilfe Stuttgart