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Brauchen wir eine Katzenschutzverordnung?

Diese Frage kann man uneingeschränkt mit „ja“ beantworten. In den letzten Monaten konnte man oft in der Zeitung über das Problem der herrenlosen Katzen lesen, auch Regio TV hat sich kürzlich damit beschäftigt. So hat Sigmaringen jetzt ein Gesetz zur Kastration und Kennzeichnung von Freigängerkatzen erlassen. Endlich hat sich wieder eine Kommune entschlossen, diesen Weg zu gehen, um die immer größer werdende Zahl der herrenlosen Tiere einzudämmen. 2008 war Paderborn die erste Stadt, die ein solches Gesetz erlassen hat, bis Januar 2014 haben deutschlandweit 237 nachgezogen. Eine erschreckend niedrige Zahl!

Auch hier im Kreis Böblingen fristen viele Katzen ihr trauriges Dasein auf der Straße, an der Autobahn, in verlassenen Gebäuden, Gartenanlagen, unter Tannenbäumen und Hecken. Sie fallen kaum auf, diese nachtaktiven, scheuen Tiere. Immer mehr Menschen setzen ihre unkastrierten Katzen aus, besonders dann, wenn sie trächtig sind.

Das ist nun mal leider so. Was kann man tun? Soll man zusehen, wie sie sich unkontrolliert weiter vermehren? Sollen sie, wie das auf manchen Bauernhöfen der Fall ist, getötet werden? Wenn nichts getan wird, werden auch wir in naher Zukunft dieselben Zustände haben, wie es in den süd- und osteuropäischen Ländern der Fall ist. Kranke, verwahrloste Katzen ohne Ende. Erst wenn die Population immer größer wird, fragt man sich, wo kommen die vielen Katzen plötzlich her?

Händeringend suchen Tierheime und Tierschutzorganisationen Tierfreunde, die die wildlebenden Katzen einfangen und kastrieren lassen.

Sie finden aber keinen, der diese zeitaufwändige Aufgabe übernehmen will, denn es dauert oft Wochen, in denen täglich zur gleichen Zeit angefüttert werden muß. Einfach Futter in den Kennel und schwups ist die Mieze drin, das klappt nicht. Sie kommen erst wenn es dunkel ist und dann heißt es warten, ob sie überhaupt in die Falle gehen. Oft hat man eine Kätzin in der Falle, stellt später fest, dass sie Junge hat, also zurück zum Futterplatz und versuchen den Nachwuchs zu finden, ist das erfolglos, muß man wieder warten, bis sie im Schlepptau der Mutter kommen.

Die dann kastrierten, nicht vermittelbaren Katzen werden – so weit möglich – an ihren Fundort zurückgebracht, es sind meistens die älteren Tiere. Ein großes Problem für die engagierten Katzenfreunde ist aber, dass die Tierheime diese herrenlosen, zum Streunen verurteilten Miezen weder aufnehmen wollen noch müssen, es sind nämlich keine „Fundtiere“, sondern sie zählen zu den „Wildtieren“ (Tierschutzgesetz). Unbegreiflich! Auch die jungen Kätzchen gehören dazu! Wohin damit? Fünf Monate alt sollen sie schon sein, bis sie kastriert werden, wo sollen sie bis zur Vermittlung bleiben, sofern sie überhaupt vermittelt werden? Auch danach kann man sie nicht wieder am Fundort aussetzen. Wer nimmt sie dann? Auf den Bauern- und Reiterhöfen will man sie nicht, die haben selber genug, da man dort von der Notwendigkeit der Kastration anscheinend noch nichts gehört hat.

Ja, und dann gibt es noch Futterplätze, um die sich Ehrenamtliche kümmern – ein Tropfen auf dem heissen Stein.

Da viele Katzenhalter ihren unkastrierten Katzen Freigang zu gewähren – besonders die Besitzer von Katern – ist eine Katzenschutzverordnung dringend erforderlich. Die Tiere müssen kastriert und gekennzeichnet werden, nur an die Vernunft zu appellieren bringt – wie man sieht – nichts, leider. Die Kommunen sind gefragt, denn ihnen wurde der Schwarze Peter von der Regierung zugeschoben.

Aus dem Marktblatt - Text/Bild: Helga Pinnau